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Alten Gasbrenner günstigst möglich durch Brennwerttherme ersetzen: Abluftsystem
Verfasser:
dhan1
Zeit: 11.10.2018 15:04:04
0
2691276
Hallo mal wieder :)

In einer alten Immobilie ist der Gaskessel aus den 70ern gestorben, der Kaminkehrer verlangte eh nach einer Brennwerttherme. Ich habe hier eine vorhandene Viessmann Vitodens 300, die den alten 50kW-Kessel ersetzen soll. Das Haus wird nur noch teilbeheizt, d.h. ich benötige aktuell nur noch ca. 25kW. Nur Heizung, kein Warmwasser. Der Rest des Gebäudes ist wasserlos / unbeheizt mit nicht angeschlossenem Heizkreis, Verwendung als Lagerfläche.

Der Heizungsraum im Keller verfügt über eine große Zuluftöffnung und einen großen Kamin, der wahrscheinlich mit Alurohr verkleidet ist, ca. 40cm Seitenlänge. Das Abgasrohr der alten Anlage hatte ähnlichen Durchmesser.

Frage: Ich möchte raumluftABhängigen Betrieb, so dass ich nur eine günstige einwandige Abluftlösung brauche. Kann ich einfach durch diesen alten Kamin ein druckfestes Brennwert-Thermen-geeignetes Rohr irgend eines Herstellers schieben und dann direkt an die Viessmann-Therme anbringen? Worauf muss ich da achten? Gibt es Zulassungshürden im Sinne von "nur Hersteller x mit Hersteller Y"?
Gibt es eine Kaufempfehlung?
Und ja, den Kaminkehrer würde ich meinen Vorschlag vorab prüfen lassen.

Darf ich das selbst einbauen und wo liegen da die besonderen Fallstricke?
Den Gasanschluss und die Abnahme / Inbetriebnahme macht eine Fachfirma. Hoffentlich. Derzeit sind alle ausgebucht auf Monate (eigentlich wollte ich das Paket als Gesamtauftrag vergeben).

Hintergrundinfo: ich lebe in einer Region, in der man Häuser nachgeworfen bekommt - Investitionen machen sich definitiv nicht bezahlt. Es soll also so günstig wie möglich sein aber trotzdem gut funktionieren.

Danke schon mal

Verfasser:
sukram
Zeit: 11.10.2018 15:53:27
0
2691301
Zitat von dhan1 Beitrag anzeigen
Kann ich einfach durch diesen alten Kamin ein druckfestes Brennwert-Thermen-geeignetes Rohr irgend eines Herstellers schieben[...]


Entweder ein System mit allgemeiner bauafsichtlicher Zulassung des DIBT (finde die Liste grade nicht mehr*), das dann an jedes Fabrikat gehängt werden kann, oder das System, das Viessmann selbst mit der Therme zertifizieren ließ.

Darüberhinaus empfiehlt es sich, in die Planungsunterlage "Abgassysteme für Gasbrennwertkessel" von Viessmann 'reinzugucken, auch damit man das richtig dimensioniert & montiert (evtl. gibts in auch einem großen Zug Probs mit den Abstandshaltern), sonst hat der Schorni doch was zu meckern.

Ansonsten ist ein LAS RLU ungefähr um das Doppel(te)rohr Therme <-> Schornstein teurer... falls der alte Zug sich befriedigend vorreinigen lässt.

*im Googlecache isse noch

Verfasser:
Schiedel
Zeit: 12.10.2018 07:22:34
1
2691457
Moin moin,

hier vielleicht mal eine kleine Checkliste zum geplanten Projekt aus abgastechnischer Sicht:

1.) Prüfen, ob eine raumluftabhängige Betriebsweise mit dem Gerät überhaupt möglich ist. --> Technische Unterlagen des Gerätes

2.) Prüfen, ob es Beschränkungen seitens des Herstellers gibt, was das Abgassystem angeht. Es gibt Geräte, die dürfen nur mit einem, zusammen mit dem Gerät geprüften Abgassystem verwendet werden.

3.) Prüfen, ob das vorhandene Edelstahlabgassystem nicht vielleicht schon als Abgasleitung in Frage kommt (eine feuchteunempfindliches Abgassystem könnte z.B. im Unterduckbetrieb - wenn eine entsprechende Schornsteinberechnung das hergibt - durchaus eine denkbare Alternative sein)

4.) Wenn 3. ausscheidet, geeignetes neues Abgassystem für Überdruckbetrieb auswählen. Edelstahl, oder Kunststoff wären hier wohl die gängigsten Alternativen.
(Aufschluss gibt hier die jeweilige Leistungserklärung (DoP) des Systemherstellers)

Achtung: Wenn im gleichen Schacht noch andere Abgasanlagen montiert sind, scheidet Kunststoff i.d.R. aus, da mehrere Abgasleitungen in einem gemeinsamen Schacht nur möglich sind, wenn sie aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen.

5.) Erforderliche Dimensionierung auslegen lassen (Querschnittberechnung gem EN 13384)

6.) Prüfen, ob das neue System in das vorhandene eingebracht werden kann. Achtung: auch bei raumluftabhängigem Betrieb muss in Ihrem Fall zwischen "altem" und "neuen" System ein umlaufender, durchgängig belüfteter Ringspalt von mind. 30 mm vorhanden sein. - Spätestens an dieser Stelle sollte man tatsächlich nochmal über eine raumluftunabhängige Betriebsweise nachdenken, denn diese "Hinterlüftung" wäre auch durch das Heranführen der Verbrennungsluft über den Ringspalt gewährleistet.

7.) Wenn 6. nicht möglich ist, altes Abgassystem ausbauen und neues in den Schacht einbringen.

8.) Abnahme der Anlage durch den bBSF

Das wäre so im Groben aus meiner Sicht die sinnvollste Vorgehensweise in Ihrem Fall. Ich kann nur empfehlen, sofern man Laie ist, hier einen Fachmann heranzuziehen, der sich mit solchen Vorhaben wirklich auskennt.

Mit internetten Grüßen

Thomas Prell
Schiedel GmbH & Co. KG

Verfasser:
dhan1
Zeit: 12.10.2018 07:41:22
0
2691463
ok, vielen Dank bis hierhin, Kaminkehrertermin steht an.
Die Berechnungen kann ich nicht durchführen, dazu fehlt mir der Hintergrund.
Der Viessmann Vitodens 300 kann laut Datenblatt raumluftabhängig.

"Prüfen, ob es Beschränkungen seitens des Herstellers gibt, was das Abgassystem angeht."
wo steht das?

" Prüfen, ob das vorhandene Edelstahlabgassystem nicht vielleicht schon als Abgasleitung in Frage kommt "
Was sind die Kriterien?

Am liebsten wäre es mir, wenn ich einfach meine Abgasleitung an den vorhandenen Zug anschließe. Der ist nur für diese Gasheizung da und lief ja bislang auch ohne Probleme.

Verfasser:
Schiedel
Zeit: 12.10.2018 07:59:20
1
2691472
""Prüfen, ob es Beschränkungen seitens des Herstellers gibt, was das Abgassystem angeht." wo steht das?"

I.d.R. in den technischen Unterlagen des Gerätes. - Ansonsten einfach mal bei Viessmann nachfragen.


" " Prüfen, ob das vorhandene Edelstahlabgassystem nicht vielleicht schon als Abgasleitung in Frage kommt " Was sind die Kriterien?"


Die Edelstahlleitung muss feuchteunempfindlich sein (--> Zulassung/CE-Zertifizierung/DoP)

Sie muss hinterlüftet eingebaut sein ( --> In Augenscheinnahme vor Ort )

Sie muss so groß dimensioniert sein, dass das Gerät nicht mehr im Überdruck, sondern im Unterdruck läuft. (--> Schornsteinberechnung n. EN13384)

Es muss noch Ersatzteile geben, die einen Anschluss des Gerätes im Unterdruckbetrieb möglich machen. (---> Hersteller des Abgassystems)

Dass Sie als Laie keine Schornsteinberechnung (und das auch noch in einem Spezialfall) machen können, ist mir schon klar. - Deswegen ja mein Hinweis im Posting zuvor, sich hier einen Fachmann mit ins Boot zu holen. Vielleicht kann ja auch der Hersteller der vorhanden Edelstahlleitung mithelfen oder der bBSF?

Mit internetten Grüßen

Thomas Prell

Schiedel GmbH & Co. KG

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