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Sanierungsmaßnahmen Bj. 61
Verfasser:
Dr.Heisenberg
Zeit: 10.07.2018 09:00:29
0
2660716
Hallo zusammen,

wir sind im Begriff ein Haus zu kaufen. Ein typisches 60er Jahre Siedlungshaus. Freistehend in sehr gepflegtem Zustand. Wir waren bereits mit einem Architekten, sowie einem Energieberater im Haus und haben uns hier beraten lassen. So richtig schlau sind wir allerdings noch nicht bzw. stehen jetzt vor der Entscheidung wie Umfangreich die Sanierungsmaßnahmen ausfallen sollen.

Generell muss/wird die komplette Elektrik, Wasserleitungen, Oberbeläge etc. erneuert. Also Kernsanierung ;)

Daten zum Haus:
BJ 1961, 125qm Wohnfläche, voll unterkellert. Das Dach wurde vor 10 Jahren komplett erneuert und gedämmt. Außenwände: 24cm Hohlblocksteine. Fenster wurden 1986 erneuert (2-fach Verglast). Keller ist trocken.

Lt. Energieberater stehen wir nun von der Wahl, quasi eine "einfache" und eine "komplette" Variante:

Variante a) (~30-35tsd. Euro)
- Dämmung Kellerdecke
- Einbau Fußbodenheizung
- Austausch Heizung (Vorschlag Energieberater: SolvisBen Gas)

Variante b) (~50-55tsd. Euro)
- Dämmung Kellerdecke
- Dämmung Fassade mit Wärmedämmverbundsystem
- Austausch Fenster
- Austausch Heizung (Vorschlag Energieberater: SolvisBen Gas)
- Einbau Fußbodenheizung

Was macht hier aus neutraler Forumssicht mehr Sinn? Bzw. wo seht ihr mögliche Knackpunkte? Was ist zu beachten? Amortisieren sich die Mehrkosten auf absehbare Zeit? Oder gibt es evtl. noch ganz andere Vorschläge?

Meine Befürchtungen zu Variante a) Da hier die Fenster nicht getauscht werden (und diese ja nicht jünger werden), ist die Problematik ja nur verschoben? 30 Jahre alte Fenster werden schließlich auch nicht jünger? Auch möchte ich nicht in 5/10/15 Jahren anfangen alle Fenster zu tauschen (zieht dann ja auch die Fassadendämmung zwingend mit sich?)

Vielen Dank schon mal und einen schönen Dienstag :)

Verfasser:
Turbotobi76
Zeit: 10.07.2018 09:14:32
3
2660718
Hi,

je nach Substanz und die ist gerade bei 60er Jahre Häusern nicht die Beste,macht der Abriss bis auf den Keller und Neubau fast mehr Sinn als eine komplette Sanierung.


Wenn du dich für Variante a Entscheidest ist klar das du dir nur Zeit erkaufst und irgendwann auch den Rest machen musst.

Wenn du jetzt das volle Programm fährst hast du hoffentlich für die nächsten 30-40 Jahre deine Ruhe.
Bei einer Vollsanierung sollte man sich gut überlegen ob man im Jahr 2018 noch auf Gas setzt.

GRuß Tobias

Verfasser:
OldBo
Zeit: 10.07.2018 20:54:19
1
2660875
.... und oft weiß man nicht, ob das Haus in Eigenleistung oder "nach Feierabend" gebaut wurde.

Verfasser:
schorni1
Zeit: 10.07.2018 21:04:59
1
2660880
"ABRISS" !?!
IHR seid mal wieder drauf heute Abend, läuft das Fußballspiel so schlecht ??

Ein 60er Jahre Haus MUSS NICHT so schlecht sein, hatte selber eins, wenn die Substanz stabil und trocken ist, die Räumlichkeiten soweit den Bedarf decken würde ich das sanieren.

SolvisBen ist sicher eine gute Wahl, würde ich nehmen.

Verfasser:
Karl-Heinz Groß
Zeit: 10.07.2018 21:35:31
2
2660890
Na ja. Dr. Heisenberg hat ja ausdrücklich nach "noch ganz andere Vorschlägen" gefragt.

Und bei 24 cm Hohlblock würde ich aus statischen Überlegungen auch zur Varante 3 tendieren. Auch wenns wieder erwarten Bimsstein wäre. Zumindest über Träger im Haus sollte man schon mal nachdenken, wenns zukunftsfest werden soll. Von den gestemmten Schlitzen will ich jetzt mal nicht reden. Uups.

Und dann ist man schnell mal bei Kosten für einen Neubau. Habe im ehemaligen Kundenkreis schon zwei Fälle von solchen wirtschaftlichen Totalschäden.

Tut auch echt weh so was aussagen zu müssen. Sollte aber wenn man fair sein will getan werden.

Zeit: 10.07.2018 21:44:40
1
2660892
Zitat von schorni1 Beitrag anzeigen
Ein 60er Jahre Haus MUSS NICHT so schlecht sein, hatte selber eins, wenn die Substanz stabil und trocken ist, die Räumlichkeiten soweit den Bedarf decken würde ich das[...]


Muss nicht - aber kann. Bevor man 50000€ in die Sanierung steckt sollte man IMHO schon kritisch auch den Vergleich mit Abriss und Neubau kalkulieren. Auch bei 50000 - was bleibt alles alt und muss doch mal in den nächsten Jahren erneuert werden, welchen Energiestandard erreicht man, was ist mit Bädern, Küche, ...

Abgesehen davon: 20000 mehr für komplette Außenwanddämmung plus Fenster? Sparsam kaluliert oder nur ein paar Schießscharten?

Verfasser:
Onkel2012
Zeit: 10.07.2018 21:48:04
0
2660893
Zitat von schorni1 Beitrag anzeigen
"ABRISS" !?!
IHR seid mal wieder drauf heute Abend, läuft das Fußballspiel so schlecht ??

Ein 60er Jahre Haus MUSS NICHT so schlecht sein, hatte selber eins, wenn die Substanz stabil und trocken ist, die Räumlichkeiten soweit den Bedarf decken würde ich das[...]

Sehe ich genauso! Zumal den Beschreibungen des TE nach das Haus laufend modernisiert worden ist.
Bei einem Haus im Ursprungszustand sähe die Sache wohl anders aus.
Interessant zu wissen wäre, wie hoch der aktuelle Energiebedarf des Gebäudes ist, um abschätzen zu können, ob die 20t€ Mehrpreis für Fassadendämmung + Fenster in einer halbwegs vernünftigen Zeit wieder eingespielt werden. Tendenziell würde ich eher sagen nein!
Daher würde ich zu Version A tendieren, wenngleich ich den Wärmeerzeuger auch nicht kenne. Hier würde ich persönlich eher einen Vitocrossal nehmen.

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 11.07.2018 07:36:00
0
2660935
Kompletter Abriss und Neubau ... oder energetische Sanierung ... die Frage kann sicherlich nur vor Ort von jemandem mit Verstand beantwortet werden!

Allein die schon als erledigt gesetzte Dachdämmung würde ich persönlich zuerst mal genauestens analysieren ... wer weiß wie qualifiziert das vor 10 Jahren ausgeführt worden ist!

Ein Vorteil bei Neubau wäre definitiv, dass der Wärmeabfluss unterm Gebäude ordentlich verhindert werden kann!
Bei vorhandenen Häusern ist nämlich z.b. die folgend verlinkte Möglichkeit nie gegeben: Thermobodenplatte

🤔

Verfasser:
holter
Zeit: 11.07.2018 07:58:28
0
2660941
Moin,

ein paar Fragen:

Was soll mit dem Haus in Zukunft passieren? Ihr wollt als Familie längerfristig drin wohnen?
Wie sieht es aus mit Eigenleistung? Steht genug Zeit zur Renovierung vor Einzug zur Verfügung? Kann evtl. auch später noch renoviert werden?
Wie sieht es aus mit Ansprüchen an Komfort und Ästhetik?
Und was ist mit dem Geld? Habt Ihr das Haus in die Nähere Wahl genommen, weil Ihr gegenüber einem Neubau sparen wollt/müsst, oder war die Lage ausschlggebend?

Und Zum Haus:
Heizkörper wollt Ihr nicht mehr? Oder muss auch der Estrich sowieso raus?
Wenn sowieso ne Menge nachgeputzt werden muss, dann könnte man auch über ne Wandheizung nachdenken.
Sind die Fenster eigentlich noch gut in Schuss (Rahmen gerade, Scharniere nicht allzu verschlissen)? Dann könnte man evtl. günstiger nur Glas und Dichtungen tauschen.
Wenn man außen dämmt (das geht mit einer Holzfassade auch in Eigenleistung), dann könnte man bei den Außewänden eine gedämmte Installationsebene einziehen: Mildert noch vorhandene Kältebrücken und macht das Verlegen der Leitungen einfacher, geht auch evtl. in Eigenleistung.
Es gab hier im Forum übrigens mal ein älteres Haus, da hat der Nutzer Heizschlangen von außen an die Wand gelegt und dann 20cm dicke PU-Sandwichpaneele montiert. Man muss sich mit der Stahlblechfassade anfreunden können, aber das gibt eine top Dämmung, eine wartungsfreie Fassade, eine sehr günstige Flächenheizung und kann auch (zum größten Teil) selbst gemacht werden.

bis dann
Christian

Verfasser:
Dr.Heisenberg
Zeit: 11.07.2018 08:44:41
0
2660960
Hallo,

erstmal vielen dank für die vielen Antwort.

Um ein wenig mehr Licht ins dunkel zu bringen:

Thema Abriss: Das Haus wurde vor Kauf von einem Architekten, sowie von zwei Energieberatern begutachtet. Die Substanz ist mehr als gut für das Baujahr. Es liegen ALLE Originalpläne und Rechnungen etc. der letzten 57 Jahre vor. Das Haus wurde vom Verkäufer gebaut und bewohnt. Umbaumaßnahmen / Reparaturen etc. wurden nur durch Fachfirmen durchgeführt.

Zusätzlich wohnen meine Schwiegereltern (und Großeltern) gegenüber und haben das Haus quasi ab Grundsteinlegung im direkten Blick gehabt :)

Ich denke ein Abriss ist mit diesem Hintergrund kompletter Blödsinn.

Zitat von Allesgenauwissenwollender Beitrag anzeigen
Zitat von schorni1 Beitrag anzeigen
[...]


Abgesehen davon: 20000 mehr für komplette Außenwanddämmung plus Fenster? Sparsam kaluliert oder nur ein paar Schießscharten?]


Die 20.000 enthalten nicht alle Fenster. Zusätzliche Fenster (z.B. große Fronten zur Rückseite) haben wir gesondert kalkuliert.

Zitat von Karl-Heinz Groß Beitrag anzeigen
Na ja. Dr. Heisenberg hat ja ausdrücklich nach "noch ganz andere Vorschlägen" gefragt.

Und bei 24 cm Hohlblock würde ich aus statischen Überlegungen auch zur Varante 3 tendieren. Auch wenns wieder erwarten Bimsstein wäre. Zumindest über Träger im Haus sollte man schon mal nachdenken,[...]


Kannst du mir das bitte genauer erläutern? Sorry, ich bin nicht wirklich vom Fach und brauche hier manchmal etwas mehr Hilfe / Erläuterungen.


Zitat von holter Beitrag anzeigen
Moin,

ein paar Fragen:

Was soll mit dem Haus in Zukunft passieren? Ihr wollt als Familie längerfristig drin wohnen?
Wie sieht es aus mit Eigenleistung? Steht genug Zeit zur Renovierung vor Einzug zur Verfügung? Kann evtl. auch später noch renoviert werden?
Wie[...]

- Als Familie (max. 3 Personen) langfristig bewohnen
- Zeit steht genug zur Verfügung (wir haben mal 12 Monate kalkuliert)
- Renovierung später würde ich ausschließen (bis auf Kleinigkeiten natürlich)
- Eigenleistung im Rahmen machbar (ich bin handwerklich eher "einfach" begabt). Folglich würde sich Eigenleistung auf Abriss/Malern und einfache Tätigkeiten beschränken.
- Ausschlaggeben war eindeutig die Lage. Neubau war als Alternative vorgesehen.
- Heizkörper wollen wir auf jeden Fall vermeiden. Heizungsbauer schlägt vor die Fußbodenheizung in den Boden zu fräsen
- Fenster sind gut in Schuss (wurden vom Fensterbauer regelmäßig gewartet. Rechnungen hierzu liegen vor).


Vielen Dank für das viele Feedback!

Verfasser:
cbob
Zeit: 11.07.2018 08:45:33
0
2660961
Von Variante a) zu b) steigt der Mehraufwand sicher um mehr als 20.000 €.

Die 20.000 reichen vielleicht für die Fenster, aber nicht mit neuer Fassade.

Verfasser:
Dr.Heisenberg
Zeit: 11.07.2018 10:15:45
0
2660990
Zitat von cbob Beitrag anzeigen
Von Variante a) zu b) steigt der Mehraufwand sicher um mehr als 20.000 €.

Die 20.000 reichen vielleicht für die Fenster, aber nicht mit neuer Fassade.


Wie schon oben geschrieben. Die Mehrkosten beziehen sich auf Fassade und lediglich auf 1:1 ersetzende Fenster. Fenster die vergrößert werden / Fensterfronten etc. sind seperat kalkuliert.

---------------------
Ein befreundeter Architekt hat nun noch eine Variante a2) ins Spiel gebracht.

Variante a2)
- Dämmung Kellerdecke
- Einbau Fußbodenheizung
- Austausch Heizung (Vorschlag Energieberater: SolvisBen Gas)
und zusätzlich Austausch Fenster (aber 2-fach verglast)

Wegfallen würde folglich die Dämmung der Fassade und die Fenster würden auf aktuelle 2-fach Verglasung "aktualisiert" werden. Was ist hiervon zu halten?

Verfasser:
winni 2
Zeit: 11.07.2018 11:36:53
3
2661024
Nix, würde ich sagen...

So dünne Wändchen dämmen einfach schlecht und 2-fach-Glas ist
von Gestern. Da gibt es Leute, die meinen bei schlechter Wand
müssten die Fenster auch schlecht dämmen, damit es an den
Fenstern kondensiert. Ist Blödsinn, weil funktioniert, ausser mit
Einfachglas vielleicht, eh nicht.
M.M. sollte man jedes Bauteil, das man anfasst auf einen aktuellen
Stand bringen und das sind z.Z. 3-fach-Glas-Fenster.

Bzgl. der Schlitze ist sicher gemeint, das man an einem 24er Hohl-
block aus statischen Gründen nicht viel schlitzen kann. Man könnte
aber innen mit Gipsplatten eine Installationsebene schaffen.
Vorzugsweise mit Aussendämmung, da es ohne zu Schimmel in
der Hohlschicht kommen könnte.

Grüsse

winni

Verfasser:
steffda
Zeit: 11.07.2018 12:09:01
0
2661032
Also für die Elektrik gibt es entsprechende Fußleisten, Eckkanäle und Türumfahrungskanäle, da braucht keiner 'n Schlitz klopfen/fräsen.

Verfasser:
Karl-Heinz Groß
Zeit: 11.07.2018 13:36:49
1
2661046
Es geht mir um die Gesamtstatik deines Hauses. Die Anforderungen waren in den 60er Jahren, na sagen wir mal "einfach gestrickt". Und jetzt hast du ein neues Dach drauf. Willst vielleicht später mal was Solares drauf errichten. Oder aber in 20 Jahren aufstocken. Im Wohn-/Esszimmer einen schweren Schrank aufbauen, oder, oder ...

Dann soll eine Fußbodenheizung rein. Schwächt die Deckenkonstruktion. Schlitze hat man "früher" oft gestemmt, obwohl verboten. Schwächt die Wände. gerade bei Hohlblock. Und erst recht wenns nur 24 cm sind. Und dann soll auch noch alles wieder raus ...

Für mich ist das eine Aufgabe für einen richtigen Statiker. At und EB sehe ich da mit gemischten Gefühlen, wenn die bisher dazu nix gesagt haben.

Sorry wegen der Aussage zum Abriss. Aber diese Option sollte mittleirweile zumindest geprüft werden. Baurecht und Energieeinsparrecht stellen zukünftig höhere Anforderungen an Gebäude. Da tut sich zur Zeit einiges.

Verfasser:
Onkel2012
Zeit: 11.07.2018 18:59:04
3
2661112
Das Pferd mal anders herum aufgezäumt: eine Immobilie abzureißen und neu zu bauen macht wirtschaftlich gesehen nur dann Sinn, wenn die Sanierungsmaßnahmen mehr als 70% der Neubaukosten betragen. Weiterer Vorteil bei Sanierungen: man kann alles Step by Step machen: wie es die Ersparnisse gerade hergeben.
Ein intaktes Haus abzureißen ist sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch Wahnsinn im Quadrat! Soviel kann der Neubau garnicht an Energie einsparen gegenüber dem sanierten Altbau, wie im Bau gebraucht hat.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 11.07.2018 19:32:46
1
2661118
Sehe ich auch so.

In einem Altbau steckt jede Menge graue Energie, die man nicht
leichtfertig schreddern solllte.
Und in den 60er hat man auch schon mal einen schweren Schrank
ins Wohnzimmer gestellt, aber die Normen waren vielleicht noch
nicht so sehr auf Umsatz gestrickt...

Grüsse

winni

Verfasser:
holter
Zeit: 11.07.2018 19:39:50
0
2661121
Bei diesem Haus sieht die Rechnung evtl. anders aus, weil das Dach schon gemacht ist. Aber wenn man ein über 50 Jahre altes Haus komplett auf Vordermann bringen möchte, evtl. sogar mit Änderungen im Grundriss, dann bleibt nicht mehr viel stehen. Die auch ökologisch günstigste Variante wäre da wohl ein neuer Holzrahmenbau auf die vorhandene Kellerdecke gesetzt. Damit hat man gegenüber einer Sanierung ein wärmebrückenfreies Haus und bei richtiger Dämmung, zum Beispiel Zellulose, wird auch nicht mehr viel graue Energie benötigt, weil der größte Posten (Fundamente, Mauern, Bodenplatte) dabei wegfällt. Im Gegensatz zur Sanierung können die Außenwände deutlich dünner werden (Raumgewinn) und die Kellerdecke kann von oben gedämmt werden (gleichbleibende Stehhöhe im Keller).
Klar dafür müssen einige Voraussetzungen stimmen:
- Der Keller ist nach heutigen Maßstäben noch nutzbar und der Grundriss ist gut/groß genug
- Man findet jemanden, der das Haus abreißen kann ohne die Kellerdecke kaputtzumachen
- Man findet jemanden, der den Holzrahmenbau auf den vorhandenen Keller setzt ohne dass das deutlich mehr kostet als bei einem neu geplanten Keller.

Das hat auch den zusätzlichen Vorteil, dass man im Haus nicht mehr mit Altlasten (Asbest, PAK,...) rechnen muss.

Verfasser:
OldBo
Zeit: 11.07.2018 20:12:30
1
2661139
Zitat von Dr.Heisenberg Beitrag anzeigen
Thema Abriss: Das Haus wurde vor Kauf von einem Architekten, sowie von zwei Energieberatern begutachtet. Die Substanz ist mehr als gut für das Baujahr. Es liegen ALLE Originalpläne und Rechnungen etc. der letzten 57 Jahre vor. Das Haus wurde vom Verkäufer gebaut und bewohnt. Umbaumaßnahmen / Reparaturen etc. wurden nur durch Fachfirmen durchgeführt.[...]

Okay, wenn es so ist und der Grundriss bzw. die Raumaufteilung deinen Vorstellungen und vor allen Dingen deiner Frau entspricht, dann wäre ein Abriss sicherlich nicht sinnvoll.
Aber ich kenne viele Häuser aus den 60ern und 70ern, weil ich zu der Zeit auch auf dem Bau als Heizungsmonteur rumgeturnt bin. Teilweise waren das, um es freundlich zu sagen, total vermurkste Gebäude. Bei denen wirklich ein Abriss die einzig sinnvolle Handlung ist.

Verfasser:
Dr.Heisenberg
Zeit: 12.07.2018 08:56:52
0
2661221
Back to Topic ;) Das Für und Wider eines Abrisses wurde ja nun hinlänglich diskutiert und auch die "Schlitz-Thematik" ist zwar super interessant und ich bin wirklich dankbar für die Tipps, aber halt im Moment erstmal zweitrangig.

Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen
[...] M.M. sollte man jedes Bauteil, das man anfasst auf einen aktuellen
Stand bringen und das sind z.Z. 3-fach-Glas-Fenster.


Das sehe ich ähnlich. Meine persönliche Variante wäre aktuell daher:

- Dämmung Kellerdecke
- Austausch Fenster (auf 3-fach)
- Austausch Heizung (Vorschlag Energieberater: SolvisBen Gas)
- Einbau Fußbodenheizung

Verzichten würde ich gerne auf eine Dämmung der Fassade.

Macht dies so Sinn? Oder reißt man sich hier unnötige Baustellen auf bzw. läuft Gefahr durch die ungleichen U-Werte (alte Wand vs. neue Fenster) ein energetisches Ungleichgewicht zu erzeugen?

Ein vernünftiges Lüftungsverhalten setze ich jetzt einfach mal als Grundvoraussetzung an!

Verfasser:
winni 2
Zeit: 12.07.2018 10:28:53
1
2661248
Wenn ich im U-Wert-Rechner "ubakus" mal einen Hohlblock
mittlerer Schwere aussuche, hat 1 m2 Wand den U-Wert 1,14
und ca. 90 kWh Wärmeverluste pro Jahr.
Das macht bei z.B. 150 m2 Wandfläche satte 13500 kWh/Jahr
Wärmeverluste. Alleine durch die Wand...

Ausserdem ergibt sich bei - 10 Grad Aussen eine Innen-
wandtemperatur von 12,5 Grad, was nicht komfortabel ist
und ein gewisses Schimmelrisiko nach sich zieht.

Auch wäre die Einbaulage der neuen Fenster für eine spätere
Dämmung nicht optimal, da es besser wäre diese in die Dämm-
ebene oder unmittelbar davor nach aussen zu verschieben.

Zum Vergleich, mit 180 mm Neopor WDVS hätte die Wand
U-Wert 0,154 und Wärmeverluste von 12 (!) kWh/Jahr und die
Oberflächentemperatur innen läge bei - 10 Grad bei 18,9 Grad....

Auch wenn es sich z.Z. vielleicht nicht besonders gut rechnet,
würde ich schon aus Komfortgründen eine Dämmung der Wand
durchführen lassen, wenn finanziell machbar.

Grüsse

winni

Verfasser:
HFrik
Zeit: 12.07.2018 11:01:12
0
2661258
Besonders würde ich Fussbodenheizung vs Decken / Wandheizung prüfen.
Wenn sich durch die Fussbodenheizug das Fussbodenniveau ändert, passen alle Türen, Fensterbrüstungen, Lichtschalter, Waschbecken, Klo-Abflussrohre etc. in ihrer Höhenlage nicht mehr. Das anzupassen kostet reichlich. Wenn man die Fussbodenheizung mit identischer Höhe reinbekommt: prima.
Wenn nicht würde ich Wand/Deckenheizung machen. Macht ebenso komfortabel warm, ändert aber das Fussbodenniveau nicht.
Das Komfortthema bei der Aussenwanddämmung würde ich nicht unterschätzen. Eine 12° kalte Aussenwand ist schon recht ungemütlich.

Zeit: 12.07.2018 12:26:35
2
2661273
"Auch wenn es sich z.Z. vielleicht nicht besonders gut rechnet,
würde ich schon aus Komfortgründen eine Dämmung der Wand
durchführen lassen, wenn finanziell machbar."

"Das Komfortthema bei der Aussenwanddämmung würde ich nicht unterschätzen. Eine 12° kalte Aussenwand ist schon recht ungemütlich."


Auch meine Meinung!
Hab letztes Jahr nachgedämmt (Bj.72, 25er Hochlochziegel) - Innenwand hat immer kalt in den Raum gestrahlt - war wirklich sehr ungemütlich!

Ich würde mir wenigstens Angebote machen lassen.
Wie sieht die Fassade aus? Sollte/müsste die mal erneuert werden?
Wie siehts eigentlich mit Heizkosten/Verbräuchen der Vorbesitzer aus? Ist dir was bekannt?

Zeit: 12.07.2018 18:48:12
3
2661359
Fenster würde ich ohne Wanddämmung nicht erneuern, das Thema Einbaulage wurde ja schon genannt.

Wie sieht's denn mit Fördermitteln aus? Kommst man mit neuen Fenstern (wenn schon dann 3fach) plus Wanddämmung evtl. nach Energieberater auf KFW-irgendwas um Förderung zu bekommen?

Wenn nicht und die Substanz auch bei kritischer Betrachtung ok: Neue Heizung, Fußboden/Wandheizung, Elektrik etc.. machen lassen und erstmal gut. Kellerdecke ist "schöne" Arbeit auch zum selbermachen im nächsten Winter. Dann guckt man mal wie sich Fenster so machen, wie die Wandtemperaturen im Winter sind etc.. und geht das Thema Fenster/Wanddämmung dann einfach etwas später an. Bei dem Baujahr wird sicher irgendwann auch mal der Putz fällig sein - dann in einem Abwasch. Fenster einfach mal kritisch angucken ob die nicht evtl. doch noch 10 Jahre halten und man vielleicht erstmal nur die Dichtungen tauscht und Verschlüsse neu einstellt. Aber wenn erneuern dann IMHO auch vernünftig und nicht nur billiges 2fach-verglastes.

Etwas irritieren mich weiterhin die Summen. Hatte mal selber mit einer 60er-Jahre-Hütte zur Sanierung liebäugelt. Nach ernsthafter Kostenschätzung war ich da selbst bei viel Eigenleistung schnell im sechsstelligen Bereich.

Wandheizung würde ich mir als Alternative auch überlegen. Wenn man die alte Elektrik überarbeitet stemmt man eh an allen Ecken und Enden den Putz auf. Da lässt sich evtl. günstiger die Wandheizung realisieren. Diverse Wandbereiche neu verputzen muss man nach neuer Elektrik und Wasserleitungen eh.

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