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Schallpegelmessgerät
Verfasser:
Mammamia
Zeit: 22.09.2018 16:28:50
0
2684617
Hallo, ich möchte den Schallpegel in meiner Wohnung messen und habe mir dafür das Gerät VOLTCRAFT SL-100 gekauft.
http://www.produktinfo.conrad.com/datenblaetter/100000-124999/100804-an-01-ml-VOLTCRAFT_SL100_SCHALLPEGELMESS_de_en_fr.pdf

Leider komme ich damit nicht klar. Das Gerät zeigt im absoluten Ruhezustand einen Wert von ca. 36 dBA an. Bei auftretenden Geräuschen aus der Umgebung (Nachbarwohnung, Trittschall, Treppe), die deutlich und auch ziemlich laut zu hören sind, erscheint lediglich ein um 2 dBA höherer Wert. Dieser hohe Grundwert und die niedrige Differenz zwischen absoluter Ruhe und laut vernehmbaren Geräuschen ist für mich unerklärlich.
Kennt sich jemand mit dem Gerät aus? Mache ich etwas falsch? Oder ist das Gerät nur geeignet für eine Messung im engen Umkreis (wenige cm oder Meter)?

Verfasser:
Mammamia
Zeit: 22.09.2018 16:39:55
0
2684619
Nachtrag:

In der Bedienungsanleitung lese ich:
"Stecken Sie das Mikrofon des Schallpegelmessgerätes in die Öffnung des Schallkalibrators. Achten Sie auf festen Sitz, damit die Kalibrierkammer im Schallkalibrator abgedichtet ist.
• Stellen Sie am Schallkalibrator folgende Parameter ein: 94dB bei 1 kHz
• Das Messgerät sollte nun einen Schallpegel von 94dBA anzeigen. Ist dies nicht der Fall muss das Messgerät abgeglichen werden.
• Öffnen Sie das rückseitige Batteriefach und nehmen Sie die Batterie aus dem Fach. Batterie dabei nicht abstecken!
• Zwei Abgleichpunkte werden im Batteriefach sichtbar.
• Drehen Sie vorsichtig mit einem passenden Schraubendreher den für Ihren Messbereich gültigen Einstellregler, bis die Anzeige im Display exakt auf 94,0 dBA steht."

Diesen Abgleich kann ich ohne Schallkalibrator nicht vornehmen. Das Gerät an sich ist lt. Hersteller aber vorkalibriert.

Verfasser:
Brombaer
Zeit: 22.09.2018 16:53:19
0
2684625
Doofe Frage, warum ein Extragerät ? Für nicht kalibrierte Messungen gibts für nahezu jedes halbwegs aktuelle Handy auch ne App. Für erste Messungen sicher ausreichend.

Verfasser:
meyerp
Zeit: 22.09.2018 17:45:14
1
2684641
Hallo Mammamia,

du hast ein klassisches Messproblem.

Das einfache Messgerät kann Pegel unter 30dBA überhaupt nicht messen.

Das menschliche Gehör ist deutlich besser als ein Messgerät mit unterer Messgrenze von 30dBA.

Meistens sind die Werte sogar deutlich schlechter. Die angezeigten 30+dBA in Ruhe sind nur das Eigenrauschen des Gerätes. Im Raum ist es also wahrscheinlich deutlich leiser. Die Addition Eigenrauschen des Gerätes und Schall vom Nachbarn führt dann zu der beobachteten geringen Mehranzeige.

Die einfachen Geräte sollen Lärm messen, also Werte zwischen 60 und 100++dBA.

Das Messverfahren dBA nutzt auch eine Schallkurve die z.B. Trittschall nur bedingt erfasst (das ist sehr tieffrequent).

Sinnvolle Messwerte kann das Gerät erst oberhalb von 40dBA anzeigen ... und 40dBA ist schon relativ laut.

https://www.amplifon.com/web/de/lautstaerke

Also falsches Messgerät gekauft .... und eines das Schall ab z.B. 20dBA zuverlässig messen kann ist sehr teuer ..... und gibt es nicht von Voltcraft.

Mein halbwegs offizielles Gerät kann auch erst ab ~ 40dBA zuverlässige Messungen machen. Das rauscht auch mit ca. 30dBA.

MfG

Peter

Verfasser:
Mammamia
Zeit: 22.09.2018 19:46:55
0
2684664
Danke, Peter, für die fundierte Antwort, mit der meine Frage nach dem Problem mit dem Gerät auch schon beantwortet wäre.
Interessant ist, dass das Gerät aber tatsächlich auch Spitzenwerte von 40, 41 dBA anzeigt, wenn ich den Trittschall messe.

Dann bleibt mir wohl nur ein teurer Gutachter?
Oder kann man die besseren Geräte irgendwo leihen?

Ich bin in der Beweispflicht, dass der Trittschall zu laut ist, besonders nachts, wo ich regelmäßig von lautem Gepolter (wie von Trommelschlägen) aus dem Schlaf gerissen werde, ich höre es wie im eigenen Zimmer, habe aber leider keinen Anhaltspunkt, ob das noch toleriert werden muss oder tatsächlich über der Grenze ist, die man hinnehmen muss. (Soviel ich weiß, gibt es für Altbauten eine Norm < 53 dBA, und das ist m.E. schon sehr viel, besonders nachts, wenn man schläft. Die wird dann vermutlich nicht überschritten, es sei denn, ein anderes Gerät, das tiefere Frequenzen besser misst, kommt auf andere Ergebnisse.)

Verfasser:
meyerp
Zeit: 23.09.2018 22:53:30
1
2684850
Hallo Mammamia,

ja, man kann bessere Geräte leihen ...

Aber 53dBa für Trittschall .... die Bewertungskurve A ignoriert tiefe Frequenzen.

um die 100Hz .. das wäre normaler "Bass", darf 20dB lauter sein als in der unbewerteten Kurve. 30Hz, das wären wohl Rumpelgeräusche sind es sogar 40dB.

Die dBA Kurve orientiert sich am Hörvermögen, ignoriert aber Vibrationen / Erschütterungen / dumpfe Schläge. Trittschall wird daher nicht sinnvoll zu messen sein bzw. von dir immer lauter empfunden als die Messung zeigt.

Wenn dein Gerät unbewertet messen kann (z.B. Kurve "C" oder linear) dann solltest du für tiefe Frequenzen eine deutlich erhöhte Anzeige bekommen.
Aber wie gesagt, die Normen nutzen Bewertung "A" und das zählt.

Die Frage ist ja auch was man erreichen will. Gegen Trittschall ist nachträglich kaum etwas zu machen, gerade in älteren Wohnungen / Gebäuden.

Da hilft nur umziehen oder neu bauen. Wenn es ein Neubau ist ..... Fehler bei der Bauausführung ... oder man hat eine Herde Elefanten als Nachbarn.
Dann brauschste Großwildjäger .... das wird schwierig.

MfG

Peter

Verfasser:
Thorfinn Hansen
Zeit: 24.09.2018 14:19:41
0
2684993
Zitat von Mammamia Beitrag anzeigen
Danke, Peter, für die fundierte Antwort, mit der meine Frage nach dem Problem mit dem Gerät auch schon beantwortet wäre....
Dann bleibt mir wohl nur ein teurer[...]
'

Gute Geräte sind für Laien oft nicht bedienbar. Vor der Messung ist z.B. eine Standortkalibrierung erforderlich - und und und. In kurzer Zeit ist das Gerät nicht mehr geeicht und muss erneut geeicht werden (manchmal ca 20 % des Gerätepreises)
Wenn es zudem als Beweiss gelten soll, sind Eigenmessungen egal, da wird man nix ohne Sachverständigen.
Als Kontrollmessungen sind Eigenmessungen natürlich immer zulässig.

Wenn Neubau ist und Baumängel sind würde ich den Gutachter holen. Der macht dann auch mit den richtigen Maschinen den "genormten Krach" und "genormte Tritte".

Wenn die Schallquelle Elefantentänze sind, würde ich den Elefantenbändiger (aka Hausverwaltung) bitten - mit einer Mediation angefangen. Das ist für Hausverwaltungen täglich Brot, die sind darin geübt und können das. Oft machen die eine Mediation auch gratis, weil die Opportunitätskosten (Abmahnung wegen Verstoss gegen die Hausordnung) noch teuerer ist.

Ertüchtigungen gegen Tritt- und Körperschall im Bestand sind RICHTIG aufwendig. Da verliert man schnell mal 30 cm Raumhöhe und 15 cm Wand - im Wohnungsbau also quasi nicht durchführbar.

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gutheiz schrieb: Hallo. Lese mal in deiner Installationsanleitung unter MENÜ /HEIZEN/HEIZGRUNDEINSTELLUNGEN den Text zu : Hysterese Sommerbetrieb. Dann schau dir deine eingestellten Werte an. Wenn die Anlage im Sommerbetrieb...
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